Flug & Ankunft in San Jose

Hola mis amigos!

Mit Spannung erwartet, heiß ersehnt, lang erhofft kommt heute der erste Post aus Costa Rica. Zuerst mal möchte ich mich im Voraus für jedwege Rechtschreib- und Grammatikfehler entschuldigen, die durch Schlafmangel und die damit einhergehende, aber durchaus auch von den Umständen verursachte Überdrehtheit gegebenenfalls entstehen können. Ich habe mittlerweile 33 Stunden nicht geschlafen (wenn meine Rechnung stimmt zumindest).

Anmerkung 1: diesen Beitrag habe ich am 21. Juli verfasst, allerdings hat mein Computer Schluss gemacht, bevor ich ihn veröffentlichen konnte. Vom 22. bis zum 24. Juli war ich auf einem Vorbereitungsseminar, hatte aber kein W-Lan. Mittlerweile ist es zehn Uhr am Sonntagabend und ich bin in meiner Gastfamilie, davon aber nächstes Mal mehr…

Anmerkung 2: in diesem Post geht es tatsächlich vor allem um den Flug und die Ankunft in San Jose. Wenn du dich vor allem für meine bisherigen Erlebnisse und Eindrücke in Costa Rica interessierst, möchtest du vielleicht nach unten scrollen und auf den Pfeil Richtung neuerer Post klicken 🙂

Nachdem ich Mittwochmorgen noch kurz in der Schule vorbeigeschaut und Snickerdoodles verteilt habe, meine kleine Schwester verabschieden musste, die auf Klassenfahrt ging, wo sie jetzt hoffentlich ganz viel Spaß hat, nachdem ich Übersetzungsarbeit fertig bekommen und ein paar Kleidungsstücke verliehen habe (ich will sie wieder zurück!), nachdem ich die letzten Sachen in den Koffer gestopft und meine besten Freundinnen fast zerdrückt habe… ging es tatsächlich los.
Um halb drei deutscher Zeit fuhr ich mit meinen Eltern und der übrig gebliebenen Schwester zum Frankfurter Flughafen. Dort kamen wir nach moderater Verkehrslage und legendärer Parkplatzsuche gegen 17 Uhr an und holten uns Abendessen.  WP_20160720_19_47_37_Pro Mit den anderen fünf Austauschschülern und ihren Eltern kamen wir zwei Stunden später am vereinbarten Treffpunkt zusammen. Mit dabei war auch ein Returnee aus Minnesota, die uns bis zum Check-In begleiten sollte. Alle zusammen gingen wir zur Gebäckaufgabe (20,5kg!) und dann kam der Abschied ziemlich schnell.
Es gab Umarmungen, Versprechen, Beteuerungen und Tränen. Ich musste komischerweise gar nicht weinen, da mir alles noch sehr surreal vorkam. Überhaupt die ganze Situation am Flughafen fand ich irgendwie absurd, dass meine Familie dieses Mal nicht mitfliegen würde, sondern nur wegen mir gekommen war. Tja, so war es aber nunmal, und durch den Security Check mussten wir allein. Es ging alles gut, und bald darauf waren wir am Gate. Das Boarding lief ebenfalls problemlos und schwupps-di-wupps saßen wir im Flugzeug.

Ziemlich schnell hat meine Neugier mich dazu gebracht, das Abschiedsbuch aus dem Rucksack zu kramen und jeden einzelnen Eintrag zu lesen. WP_20160721_00_09_10_ProEs wurde mir dabei ganz warm ums Herz. An dieser Stelle möchte ich mich bei euch allen bedanken, auch dafür, dass keiner mir ein schlechtes Gewissen gemacht oder mich sonstwie unter Druck gesetzt hat. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen. Aber auch abgesehen davon haben sich alle so viel Mühe und Aufwand gemacht, ich habe wundervolle Briefe und kreative Seiten und tolle Insider-Sammlungen/Collagen und beeindruckende Zeichnungen und liebe Wünsche bekommen. Das war echt total süß und hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen! Trotzdem: nein, ich habe nicht geweint, nur ganz viel gelächelt.

Hier ist mal ein Überblick über die Flugroute, die auf den Bildschirmen angezeigt wurde. Wie man sieht, sind wir in der Dominikanischen Republik zwischengelandet. Aber der Reihe nach…
WP_20160721_01_55_40_ProFilme habe ich nicht geschaut, weil für meine Sitzreihe nur vier Kinderfilme bzw. Serien zur Auswahl standen, unter anderem Garfield und Toystory 3. Den Rest der zehn Stunden habe ich damit verbracht, Musik zu hören und alle paar Minuten meine Position zu ändern, um die gemütlichste zu finden. Erfolglos. Zum Flugzeugessen konnte ich mich auch nicht wirklich motivieren, wofür ich später auch ganz dankbar war. Vor der Zwischenlandung in Santo Domingo (Dominikanische Republik) wurde mir nämlich ziemlich übel.
Dummerweise mussten wir dann auch noch mit allem Gepäck aus dem Flieger raus, durch den Transitbereich und eine Sicherheitskontrolle über ein Gate wieder in dasselbe Flugzeug. Und das zwischen 3 und 4 Uhr nachts Ortszeit! Jedenfalls wurde der 2,5-stündige Flug nach San Jose eher noch schlechter und ich fühlte mich ziemlich elend. Dementsprechend motiviert war ich bei der Inmigration und Gepäckabholung. Aber die bunten Fotos vom Regenwald und Nahaufnahmen von exotischen Tieren, die überall am Flughafen hingen, weckten die Aufregung in mir und zu dem Zeitpunkt, als wir aus dem Gebäude traten, war ich plötzlich richtig gut gelaunt. Ich war tatsächlich in San Jose!

Wir fanden die Mitarbeiterin von intercultura direkt, die uns begrüßte und ein Taxi bestellte. Mittlerweile war es ca. fünf Uhr morgens und die Sonne gerade aufgegangen. Das Taxi kam natürlich eine halbe Stunde später als vereinbart, aber das war nicht schlimm, denn wir hatten es ja nicht eilig und wie sich herausstellte, war die Betreuerin, ihres Zeichens Yogalehrerin und Journalismusstudentin, sehr nett. Als das Taxi dann kam, hatte es zwar immerhin acht Sitze, aber eigentlich bei Weitem nicht genug Platz für all unsere Koffer. Das störte den Fahrer aber nicht besonders, der gut gelaunt Gepäck bis zur Fahrzeugdecke stapelte und die übrigen Koffer einfach in den Fußraum stellte. Anschnallgurte gab es übrigens auch nur teilweise, aber wir hätten ohnehin keinen Platz gehabt.

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palmeras ^^
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die Bergkette und der Flughafen von San Jose

Während der ca. dreißigminütigen Fahrt zum Hostel waren alle hauptsächlich in eigene Gedanken vertieft. Manche schliefen fast ein, andere unterhielten sich leise, hörten dem Radio und ich sah wie gebannt aus dem Fenster. Das Bergpanorama von San Jose faszinierte mich, ich las jede Werbetafel und beobachtete die Menschen auf der Straße. Etwas, das man einfach bemerken muss, ist der Verkehr. Es gibt unglaublich viel Gehupe und Gedrängel auf den Straßen von San Jose und unser Taxifahrer war auch ziemlich rasant unterwegs. Ich habe diese ganzen Sinneseindrücke in mich aufgesaugt wie ein Schwamm…

Und das ist mir wichtig, dass ich bei aller Eingewöhnung und Anpassung in den nächsten Monaten immer diesen völlig unvoreingenommenen, ahnungslos naiven Blickwinkel beibehalten kann. Dass ich nicht verlerne, mit den Augen von diesem ersten Tag zu leben. Dass ich verstehe, dass mein Alltag nicht selbstverständlich für andere ist. Denn das wird es mir auch leichter machen, das, was ich hier erlebe, für euch interessant zu beschreiben.

Es geht auch gleich weiter, versprochen  😉

 

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Ein Gedanke zu “Flug & Ankunft in San Jose

  1. Oh,mein gott! Du arme!! Über 33 Stunden kein Schlaf? Mir geht es gut und dir amscheinend auch.Vieleicht können wir ja mal Skypen!?
    Deine dich liebende Schwester Lisa

    Gefällt mir

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