Intercultura Trip: Isla Tortuga

Lang ist’s her, viel passiert. Heute möchte ich etwas zum zweiten Ausflug von meiner Organisation erzählen und einige Fotos mit euch teilen!

15134560_1723324584653158_473110323978168979_nEr fand am 12. November statt und das Ziel hieß Isla Tortuga. Um das gleich am Anfang klarzustellen – tortuga heißt zwar Schildkröte, aber diese Tiere sind dort nicht zu finden. Vielmehr gleicht die Form der Insel von oben gesehen einer Schildkröte. Erinnert ihr euch an Bahia Ballena? Der Strand dort hat die Form einer Walflosse (okay, da gibt es aber auch Wale). Da unser Touristenvisum schon vor Wochen abgelaufen ist, wurde es auch Zeit, dafür nach San Jose zu gehen.

Also verließ ich um 5 Uhr morgens am Freitag das Haus (was sich ein bisschen schwierig gestaltete; ich bin jetzt aber immerhin schon aus einem Fenster gesprungen und über einen Zaun geklettert), um mit den zwei anderen Austauschschülerinnen von meiner Schule den Bus in die Hauptstadt zu nehmen. Er kam nicht ganz pünktlich, aber im Allgemeinen sind die Verbindungen echt gut und vor allem sehr billig. Umgerechnet zwei Euro zahle ich in Deutschland, um ins Stadtzentrum zu kommen! Die Fahrt dauerte an die 2,5 Stunden.
In San Jose trafen wir eine Mitarbeiterin von intercultura und zwei andere Mädels. Der Visaprozess lief wirklich schnell und unkompliziert ab, wir mussten Fingerabdrücke abgeben und unser Gewicht schätzen lassen 😀 Danach setzte die Frau uns im Zentrum ab und da standen wir. Natürlich nutzten wir erstmal die kulinarische Vielfalt der größten Stadt Costa Ricas und gingen zu einem Frozen Yogurt Laden. Dann waren wir in einem unglaublich touristischen Bereich Souvenirs kaufen und haben uns gefühlt wie in den Ferien. Alle Verkäufer sprachen uns auf Grund unseres europäischen Aussehens auf Englisch an und waren dann immer total überrascht von unseren Spanischkenntnissen. Wir wurden auch mindestens drei Mal von jungen Typen zum Kaffee eingeladen, haha. Den haben wir uns dann aber lieber selbst geholt, und zwar bei Starbucks. Zum Mittagessen stand Pizza Hut auf dem Plan.
Nachmittags wurde es dann leider auch schon Zeit, sich von meinen Freundinnen aus Zarcero zu verabschieden, weil sie nicht mit auf den Ausflug kamen. Die zwei anderen und ich blieben über Nacht im Hotel, schließlich war die Abfahrt am nächsten Tag um 6 Uhr geplant. Das ist in so einer Metropole allerdings leichter gesagt als getan, vor allem für drei deutsche Mädchen, wenn es langsam dunkel wird. Uns weigernd, Google Maps oder Einheimische zu konsultieren, wurde an jeder Kreuzung per Schere-Stein-Papier entschieden, in welche Richtung es weiterging. So liefen wir eine Stunde durch die Gegend (und meiner Ansicht nach tatsächlich im Kreis), bis wir dann einen Taxifahrer nach dem richtigen Weg fragten. Abends waren wir noch bei McDonald’s und redeten viel. Es war ein sehr schöner, leckerer und erlebnisreicher Tag.

15027894_1723324911319792_6293736564136168708_nDer nächste Morgen begann chaotisch, weil es ein Missverständnis mit dem Treffpunkt gab. Total hektisch nahmen wir ein Taxi zum richtigen Ort, wo die anderen schon warteten. Insgesamt waren wir 12 Leute. Natürlich mussten wir auf den Bus dann doch noch eine ganze Weile warten, aber das war kein Problem. Auch auf der zweistündigen Busfahrt sind uns die Gesprächsthemen nie ausgegangen 😉 Ich war den ganzen Tag mit einer kleinen Gruppe unterwegs, unter ihnen auch eine Finnin und ein Tscheche. Es war super nett, spannend und witzig. Wir redeten wild durcheinander Englisch und Spanisch. Am Strand angekommen, wechselten wir vom Bus in einen Katamaran und hatten nochmal anderthalb Stunden Zeit. Ich genoss die Schifffahrt unglaublich.

An der Insel angekommen, gab es einige Aktivitäten, die leider extra kosteten (und nicht zu knapp!). Wir entschieden uns dennoch, schnorcheln zu gehen. Für den Preis war es ein winziges bisschen enttäuschend, aber dennoch ein tolles Erlebnis. img_7726-1 Wir fuhren in einem kleinen Boot mit Schwimmwesten zu einer Felsgruppierung etwas weiter draußen und hatten eine Stunde, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Danach gab es ein großes Mittagessen und den Rest des Tages verbrachten wir mit Schwimmen und Volleyball. Der Strand war zwar sehr touristisch und meiner Meinung nach wurde mit der Live-Musik ein wenig zu sehr versucht, die richtige Atmosphäre zu zaubern, aber Isla Tortuga ist ein Paradies – das lässt sich nicht leugnen. Sonne, Palmen, klares Wasser, sogar einen Papagei haben wir gesehen!

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Auf der Rückfahrt durften wir den wohl schönsten Sonnenuntergang meines Lebens beobachten. Durch die feuchte Luft entstand noch dazu ein leuchtend bunter Regenbogen. Zu unserem Glück ist der tschechische Junge, Jan, ein wirklich toller Fotograf und hat den ganzen Tag Bilder gemacht. Hier findet ihr eine komplette Sammlung. Schaut auf jeden Fall vorbei, es lohnt sich!! Die meisten Fotos in diesem Artikel sind ebenfalls von ihm.

Nach einem traurigen Abschied der neuen Freunde, eifrigen Plänen für gemeinsame Reisen in den Ferien und einem Abendessen im japanischen Restaurant gingen wir drei Mädchen wieder ins Hotel zurück. Meine Gastfamilie hatte mir nämlich über intercultura mitteilen lassen, dass sie gar nicht in Zarcero sind und keine Schlüssel im Haus gelassen haben. Also verbrachte ich noch eine Nacht dort. Am nächsten Tag frühstückten wir in einem total netten Cafe, nutzten ein letztes Mal Starbucks und liefen noch ein wenig durchs Zentrum. Dann machten sie sich eine nach dem anderen auf den Heimweg per Bus. Meine Gastfamilie hätte mich zwar um sechs Uhr abends abholen können, aber ganz allein zu dieser Zeit wäre es für mich doch etwas unsicher gewesen – San Jose ist gerade für junge Mädchen nicht ganz ungefährlich und obwohl wir auf Anweisungen von intercultura sogar Jeans trugen, haben wir die Erfahrung von unangenehmen Kommentaren auf der Straße gemacht. Also nahm ich lieber einen Bus und verbrachte noch einige Stunden in meiner Stadt.

Das ganze Wochenende ging viel zu schnell vorbei und noch mehr als das letzte Mal habe ich es sehr genossen, mich mit den anderen auszutauschen. Vor allem, weil es in letzter Zeit einige Komplikationen in meiner Gastfamilie gab und Austauschschüler das einfach am Besten nachvollziehen und mich verstehen können. Ich hoffe, ein klärendes Gespräch mit der Organisation kann helfen, die Situation hier zu verbessern.

Achja, und Weihnachtsstimmung kommt hier trotz Plastikbäumen, Liedern und blinkender Dekoration bei mir überhaupt nicht auf. Die Sonne geht immer noch um sechs unter, die Temperatur bewegt sich im zweistelligen Bereich und das typische deutsche Winteressen kann man hier lange suchen. Deshalb genießt diese Jahreszeit in vollen Zügen!

Viele liebe Grüße über den Ozean,

eure Annika ❤

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Fotorechte gehen an Jan Sekyra. Hier das komplette Album, hier sein Instagramprofil. Er hat uns alle seine unglaublichen Bilder frei zur Verfügung gestellt!

 

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Ein Gedanke zu “Intercultura Trip: Isla Tortuga

  1. Liebe Annika .Beim Frühstück las ich Deinen Blog.Was für ein tolles Erlebnis-Wochenende und was für fantastische Bilder.! Und wieder hast Du mir dieses grossartige Land ein Stück näher gebracht.Danke.Geniesse weiter was zu genießen ist! Im Sauerland herrscht Dauetregen, also geniesse Euer Wetter!! Lieber Gruß von Oma Heidi

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