Die einzige Konstante im Universum ist Veränderung.

Hallo alle zusammen!

Seit dem letzten Post zum Hurrikan Otto ist es noch nicht so lange her (3 Wochen), aber es ist dermaßen viel passiert, dass dringend ein Update hermuss. Mich haben auch schon viele liebe Menschen angeschrieben, wie es mir so geht – danke! Ich schulde euch allen eine Erklärung.

Wo fange ich an… In der letzten Zeit machte sich in meinen Beiträgen bemerkbar, dass es mit meiner Gastfamilie nicht mehr so gut läuft wie am Anfang. Lassen wir es einfach dabei, dass die Gastmutter und ich in einigen Dingen grundsätzlich verschiedene und leider teils unvereinbare Ansichten hatten, z.B. was Pläne, Äußerlichkeiten, Kindererziehung und Haustierhaltung angeht. Außerdem wurde ich nie wirklich Teil der Familie, es gab Familienfotos (ohne mich), Familiengottesdienste (ohne mich) und ein Familienurlaub war auch schon geplant (ohne mich). Ich will ihnen aber keinesfalls die Schuld zuschieben, von beiden Seiten gab es Fehler und letztendlich lag es daran, dass einfach keine Chemie entstand und da kann niemand etwas für.

IMG-20161213-WA0026.jpgJedenfalls gab es im Oktober schon ein Familiengespräch mit intercultura, aber danach wurde die Situation eher schlechter. Ich merkte das vor allem daran, dass ich unbewusst viel Zeit in der Schule verbrachte,  erleichtert das Haus verließ und abends nur widerwillig zurückkehrte.wp_ss_20161216_0002 An sich war es nicht dramatisch, ich fühlte mich einfach nicht mehr willkommen und zunehmend unwohl. Bei einem Gespräch im Büro meiner Organisation machte man mir klar, dass ein Wechsel nötig sein werde. Ich wehrte mich sehr gegen diese Idee, weil ich meine Stadt, die Klasse und das Volleyballteam sehr lieb gewonnen hatte. Es gab einiges hin und her mit einer möglichen Familie hier, die schließlich absagte. Ich war ziemlich verzweifelt. Doch da schrieb meine Klassenlehrerin mich an, ob ich nicht bei ihr wohnen wollte. Und ich wollte! Also legte intercultura den Termin für ein Interview fest und genau eine Woche später konnte ich umziehen.

IMG-20161212-WA0018.jpgUnd hier sitze ich, in einem kuscheligen Sessel in einem total niedlichen Wohnzimmer mit Weihnachtsbaum und Lichterdekoration, gegenüber von meiner neuen Gastmutter, Rocio, in Pyjama mit Rentieraufdruck und meiner 21-jährigen Gastschwester Kembly, die den Hund, Danna, auf dem Schoß hat. Eben saßen wir nach dem Essen noch eine Stunde am Tisch und haben geredet und gleich spielen wir wieder Rummikub. Gestern gab es zum Frühstück pancakes, ich habe Schokocrossies gemacht und zum Abendessen hatten wir Pasta (!) mit Gemüse. Als ich Montag hier ankam, war mein Zimmer mit Girlanden („bienvenida Annika“) verziert und auf dem Doppelbett waren bunte Luftballons.
Kurz gesagt: ich liebe es. Ich bin zwar erst seit einigen Tagen hier, aber ich merke jetzt schon, dass ein Wechsel das Beste war. Ich lache lauter, rede mehr und atme freier. Das Haus ist sehr in der Natur gelegen und näher an einer größeren Stadt. Ich kann trotzdem an meiner Schule bleiben, ebenso im Volleyballteam. Das ist zwar fast 40 Minuten im Bus, aber für mich eine neue Erfahrung und außerdem ist die Route unglaublich schön.  😉

IMG-20161217-WA0024 (1).jpgDas ganze Haus ist komplett weihnachtlich geschmückt, und „Feliz Navidad“ hört man auch immer öfter im Radio, aber ich kann trotzdem nicht glauben, dass der halbe Dezember schon vorbei ist. So oder so habe ich für meine Gastmutter und -schwester einen Adventskalender gemacht, jetzt öffnen sie eben zwei Türchen pro Tag. Als ich den Kalender mit Stofftaschen aufgehängt habe, gab es ein kleines Missverständnis, was aber total witzig war. Die zwei dachten nämlich, ich würde meine eigenen Sachen ins Wohnzimmer hängen. Das Konzept von einem Adventskalender musste ich erstmal erklären. Dann waren sie aber begeistert und freuen sich jeden Tag über die Kleinigkeiten wie kitschige Weihnachtsartikel, Schokolade oder Teelichter. Für Weihnachten wollen sie deutsche Rezepte probieren- ich dachte an Kartoffelsalat und Bratäpfel. Weitere Vorschläge gerne in die Kommentare!  😛

img-20161214-wa0001

Hier ist gerade der Wechsel der Jahreszeiten zum Sommer, es hat endlich aufgehört zu regnen und jetzt kommt tatsächlich das sonnige Wetter mit viel Wind, von dem mir alle immer erzählten. Dazu kommt, dass ich deutlich niedriger als vorher lebe, also sind die Temperaturen viel angenehmer. Heute waren wir in San Jose, um Kleidung aus der Wohnung meiner Gastschwester zu holen, die dort Pharmazie studiert, weil sie bis März Semesterferien hat. Dort war es sogar richtig heiß.

Okay, meine Lieben, wenn ich dazu komme, schreibe ich gleich noch etwas über meinen Ausflug letzte Woche nach La Fortuna und die Abenteuer, die ich dort erlebt habe (Stichwort: Canopy). Ihr müsst aber auch verstehen, dass ich in der ersten Zeit in meiner neuen Familie nicht so viel Zeit im Internet verbringen möchte – das wurde in dem anderen Haus leider zur Gewohnheit, weil dort alle ständig am Handy waren. Naja, das tausche ich mehr als bereitwillig gegen Brettspiele und gemeinsames Geschirrspülen ein.

Ich verbleibe zunächst mit ganz lieben Grüßen an euch alle und wünsche euch weiterhin eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit. Hab euch lieb und vermisst mich nicht zu sehr!

Eure Annika  ❤ (und Danna – wuff!)

img-20161206-wa0004

 

Advertisements

9 Gedanken zu “Die einzige Konstante im Universum ist Veränderung.

Was denkst du dazu? Schreib einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s