Costa Rica – Urlaub 2018

Wie versprochen werde ich heute über meine diesjährige Reise nach Costa Rica berichten. So könnt ihr dieses wunderschöne Land auch mal aus der Touristenperspektive erleben, mit ganz vielen Fotos und Anekdoten.

Dies wird außerdem der vorerst letzte Post auf El Rundo Mundo sein. Ich habe mich entschieden, meinen Blog mit diesem Reisebericht abzuschließen.

Seid ihr bereit? Dann nehme ich euch noch einmal mit nach Mittelamerika!

Ich flog am 1. August 2018 von Frankfurt über Madrid nach San José – zum ersten Mal komplett allein. Offen gestanden war ich ziemlich aufgeregt wegen Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrolle, Tickets, Reisepass… Aber glücklicherweise lief alles nach Plan, und ich schaffte auch den Umstieg in Spanien, obwohl eine Stunde Aufenthalt ziemlich knapp war.

Im Flugzeug saß ich neben Margarita: Italienerin, 19 Jahre alt und sehr sympathisch. Wir unterhielten uns, ich sah drei Filme, las zwei Bücher und freute mich. In San José wurde ich von meiner Gastfamilie abgeholt. Wir besuchten noch am selben Tag die Großeltern und ich traf meine Cousins und Tanten. Es war schön, sie wiederzusehen, obwohl ich sehr müde war.

Freitags war ich mit meiner Gastschwester essen und spazierte durch San Ramón. Im Verlauf der nächsten Woche war ich dann täglich mit Leuten verabredet: zum Kaffeetrinken und Übernachten, zu Ausflügen und Schulbesuchen. Es war ein schönes Gefühl, wieder in meinem Zimmer, meiner Nachbarschaft und bei meinen Freunden zu sein. Der Jetlag hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen und mit dem Spanisch klappte es auch ganz gut. Ich genoss die Zeit sehr. Nicht zu vergessen: Danna, die Hündin!

Am Sonntag, den 12. August, landeten meine Eltern und zwei Schwestern und fuhren mit einem Mietauto nach San Ramón. Dort traf ich sie und wir bezogen unsere erste Ferienwohnung. Die folgende Woche nutzten wir komplett aus und besuchten viele schöne Orte und „Sehenswürdigkeiten“ in der Nähe.

  • Sarchí, wo die landestypischen Karren in einer kleinen Fabrik gefertigt und handbemalt werden.
  • Bajo de Toros, ein Wasserfall. Der Weg dorthin ist wegen der schlechten Straßen ziemlich abenteuerlich, aber das Reservat ist ein Paradies!
  • Zarcero, das kleine Dorf, in dem ich die erste Hälfte meines Auslandsjahres verbracht habe, und Cinzias italienisches Restaurant.
  • Palmares, dort leben die Großeltern. Wir waren am 15. August da, was in Costa Rica Muttertag ist und mit der ganzen Familie und viel Essen gefeiert wird.
  • Fortuna, wo wir den Vulkan Arenal besichtigt und in Thermalquellen gebadet haben.
  • Puntarenas, einer Stadt an der Pazifikküste.

Erzählt werden muss an dieser Stelle unbedingt unser Abenteuer in der Nähe von Zapotal. Dieses Bergdorf ist so klein, dass es nicht mal auf Google Maps angezeigt wird, und in unserem Reiseführer wurden das besondere Ökosystem und die unberührte Natur hervorgehoben. Dass „unberührt“ auch wirklich schlechte Straßen bedeutet, merkten wir bereits auf dem Weg nach oben. Wir wurden immer unsicherer, ob wir auf dieser Route zurück nach San Ramón kommen würden. Die Straße war schon lange nicht mehr asphaltiert und wir sahen nur noch alle paar Kilometer ein Haus.
Bei der nächsten Gelegenheit stieg ich aus und fragte einen Mann nach dem Weg. Er überlegte kurz und erkundigte sich dann, ob unser Allradantrieb hätte. Wir hatten glücklicherweise einen Geländewegen gemietet und ich bejahte. Er meinte, damit sollten wir es schaffen, auch wenn ein kleines Stück der Strecke ein bisschen schwierig sei. Im Laufe der nächsten Stunde fragten wir uns ständig, ob der unschöne Teil schon gekommen war, weil der Weg absolut unbefahr war: steil, voller enger Kurven, Schlaglöcher, Geröllbrocken und ohne Absicherung zum Abhang direkt daneben. Einige Male begegneten wir auch Kühen mitten auf der Straße, die diesen Namen eindeutig nicht verdient hatte.

Wir waren uns einig, dass es nicht viel schlimmer kommen konnte – doch da standen wir plötzlich vor einem Fluss. IMG_2187Die Situation schien ausweglos: Umdrehen war unmöglich und Durchfahren kam nicht infrage, dafür war das Wasser zu tief. Wir waren mitten in der Natur, weit weg von jeglicher Ziviliation, die nächste geteerte Straße über 12km entfernt, und hatten natürlich auch keinen Handyempfang. Wir überlegten, den Fluss zu stauen, aber dafür war die Strömung zu stark. Also taten wir das Gegenteil: wir entstauten ihn, indem wir Steine von der Abflussseite entfernten. So konnten wir die Tiefe genug verringern, um schließlich hindurch zu fahren. Wir waren bis zu den Knien durchnässt und erschöpft und schafften es gerade rechtzeitig vor der Dämmerung zurück. Im Nachhinein ist es natürlich eine tolle Geschichte, aber in dem Moment war es sehr stressig.

Nach dieser ereignisreichen Zeit im Nordwesten Costa Rica packten wir und fuhren einmal quer durchs Land in die Karibik. Wir hatten eine Art „Dschungel-Loft“ direkt am Strand. Diese zweite Woche verlief deutlich entspannter. Es war sehr heiß und schwül. Wir waren am Strand oder verbrachten den Tag mit Büchern und Würfelspielen drinnen – wobei davon nicht wirklich die Rede sein kann: unser Haus hatte nur zu den Schlafzimmern und Bädern Türen und war sonst offen, also hatten wir als Wohnzimmer quasi Terrasse und Balkon – allerdings überdacht, denn es gab jeden Tag heftigen Regen.

Wir waren in der Nähe von Puerto Viejo in der Provinz Limón. Diese Gegend ist definitiv touristischer und wir waren mehrfach vor Diebstahl und Überfällen gewarnt worden. Mir kam es nicht sehr gefährlich vor, aber man sollte sich natürlich vernünftig verhalten (nicht spät abends herumlaufen und auf seine Wertsachen achten).
Highlights aus dieser Woche waren der Nationalpark Cahuita und ein afroamerikanisches Festival. Außerdem begegneten wir einem Faultier mitten auf der Straße!

Dann kamen wir zur dritten und letzten Station unserer Reise: die IMG_2711Hauptstadt San José. Unsere Ferienwohnung dort war Teil eines Schmetterlingsgartens und ebenfalls sehr schön. Wir verbrachten die letzten vier Tage mit der Erkundung der Stadt, Museumsbesuchen und einem Ausflug nach Cartago.
Bei letzterem war eigentlich der Vulkan Irazú geplant, allerdings war es sehr neblig und die Sicht so schlecht, dass sogar der Angestellte am Schalter uns davon abriet, den Eintritt zu bezahlen. Also drehten wir um und fuhren stattdessen ins Orosi-Tal. In Cartago trafen wir dann einen ehemaligen Austauschschüler aus Tschechien trafen und gemeinsam auf dem Markt essen waren. Später gingen wir mir einem meiner Freunde aus Zarcero, der jetzt dort studiert, zu den Ruinen und der Basilika, für die Cartago bekannt ist.

Am 1. September war es schon so weit und wir brachen früh morgens zum Flughafen auf. Als wir am Gate warteten, gab es plötzlich einen Auftritt von Tänzern in traditioneller Kleidung. Die Rückreise ging über Panama und Spanien und war somit ziemlich lang und anstrengend. Nach 18 Stunden waren wir in Frankfurt und mussten dann noch etwa 200km mit einem Mietauto zurücklegen.

Für mich war es ein großartiges Erlebnis, für einen Monat in das Land zurückzukehren, das mich so verliebt hat, und eine tolle Gelegenheit, es meiner Familie zu zeigen und aus ihren Augen erneut kennenzulernen. Ich hoffe, ich konnte auch euch durch diesen Artikel und meinen Blog insgesamt Costa Rica näher bringen.
El Rundo Mundo wird nicht verschwinden, sondern als Nachschlagewerk, Fotosammlung und Archiv meiner persönlichen Erfahrungen bestehen bleiben. Ich werde nur keine neuen Artikel mehr posten, weil mein Jahr dort mittlerweile lange zurückliegt und ich mich schon sehr ausführlich damit beschäftigt habe.

Falls ihr irgendwelche Fragen zu Costa Rica, einem Auslandsaufenthalt oder der Organisation Open Door International an mich habt, schreibt gerne einen Kommentar! Ich bekomme dann eine Benachrichtigung und antworte (öffentlich oder per Mail), so bald ich kann.

Ich möchte mich bei allen Lesern und Besuchern bedanken, denn durch das Bloggen habe ich viel gelernt und ihr ward treue Begleiter in der Zeit vor, während und nach meinem Auslandsjahr!

In diesem Sinne, liebe Freunde, macht es gut – ¡pura vida!

Eure Annika ❤

Advertisements

Was denkst du dazu? Schreib einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s