FAQ zum Auslandsjahr

„Q&A mit Annika“ wäre auch ein netter Name gewesen  😉

Hier habe ich nach und nach die Fragen veröffentlicht, die ich im Zusammenhang mit meinen Plänen am meisten zu hören bekomme.

Vorab nochmal kurz die harten Fakten zu mir und meinem Auslandsjahr:

  • Name: Annika
  • Alter: 15
  • Heimat: Baden-Württemberg
  • Zielland: Costa Rica
  • Zeitpunkt: 2016/2017
  • Organisation: Open Door International
  • Stipendium: nein, nur Finalistenrabatt

 

1. Warum willst du denn ein Auslandsjahr machen?

Wenn ich für jedes Mal, das mir diese Frage gestellt wurde, nur 1 Cent bekommen hätte, wären die kompletten Kosten gedeckt!!

Abgesehen von den offensichtlichen Vorteilen (Spanisch verbessern, eine andere Kultur erleben) liebe ich es, Menschen kennenzulernen und neue Orte zu entdecken. Ich glaube, dass man viel dabei lernen kann und dass ein Auslandsjahr eine Erfahrung fürs Leben ist, die einen erwachsener und selbstständiger macht. Eine ganze Menge Gründe (100 insgesamt!) habe ich auch in den Posts aufgelistet, die ihr hier findet.

 

2. Und warum nach Costa Rica?

Uiii, da kann ich stundenlang drüber reden. Meistens bereuen die Leute dann, überhaupt gefragt zu haben 😉

Ich habe mich gewissermaßen aus der Ferne in dieses Land verliebt. Von Blogs über Reiseführer und Magazinartikel habe ich alles verschlungen, was es über Costa Rica zu lesen gibt. Überall wird geschwärmt: Die Strände seien traumhaft, der tropische Regenwald ein Abenteuer, die Einwohner unfassbar herzlich und offen (mehr über Costa Rica erfahrt ihr hier auf meiner Seite). Ich möchte nun endlich selbst herausfinden, ob es tatsächlich so ein Paradies ist. Und auch von der Kultur her ist Mittelamerika etwas völlig Neues für mich!

 

3. Wie bist du denn auf dieses Land gekommen?

Eigentlich wollte ich in die USA, weil ich in Ohio geboren bin und somit die amerikanische Staatsbürgerschaft besitze. Wir waren einige Male in den Ferien dort und haben Bekannte besucht. Ich weiß natürlich, dass das nicht dasselbe ist, wie ein Jahr dort zu verbringen; Trotzdem fasziniert mich der Gedanke, aus dem Flugzeug zu steigen und völlig unbekannten Boden zu betreten in dem Wissen, dass ich fürs Erste hier leben werde.

Meine Mutter schlug einmal vor, ich könnte in ein spanischsprachiges Land gehen, da mein Englisch bereits ganz gut sei. Ich glaube, sie dachte dabei an Spanien, aber ein anderer Kontinent musste es für mich schon sein 😀

Während der Fußball-WM 2014 liefen vor jedem Spiel kurze Videos, in denen die Länder vorgestellt wurden. Bei Costa Rica wurde erwähnt, dass die Armee zugunsten von Bildungszwecken abgeschafft wurde. Das beeindruckte mich. Ich las mehr darüber und suchte nach Organisationen, die auch dieses Land im Angebot hatten. Ohne es zu merken, war ich in einen Gewissenskonflikt geraten, und mein bisheriger Entschluss geriet ins Wanken. 2015 musste ich mich dann plötzlich entscheiden: USA oder Costa Rica?

 

4. Wie kam es schließlich zu der Entscheidung für Costa Rica?

Bei dieser Frage erzähle ich immer gerne die Geschichte von dem Julitag, an dem ich mit dem Gitarrenensemble bei einem Wettbewerb in Stuttgart war. Es war ein Sonntag und unglaublich schwül. Wir waren im Vorbereitungsraum und hatten gerade die Generalprobe hinter uns. Draußen begann es auf einmal, stark zu regnen. Ich stand am Fenster und dachte: Wow, was für ein Wetter. Das gibt es in Costa Rica vielleicht jeden Tag. Mal ernsthaft, willst du wirklich dorthin? Und die Antwort lautete: JA, ICH WILL! So plötzlich, wie der Platzregen angefangen hatte, war mir klar, dass ich nach Costa Rica wollte. Diese Entscheidung tat mir so gut! An diesem Abend noch füllte ich die Bewerbungsunterlagen aus und die Sache kam ins Rollen…

 

5. Wie lange bist du weg?

Fast ein ganzes Jahr! Ich bin am 20. Juli 2016 angekommen und fliege irgendwann Ende Juni/Anfang Juli 2017 nach Deutschland zurück.

 

6. Sprichst du Spanisch?

Ich habe seit der 8. Klasse Spanischunterricht und fühlte mich relativ gut vorbereitet. Trotzdem war ich mir ziemlich sicher, dass ich am Anfang kein Wort verstehen werde. Als ich ankam, war ich überrascht, wie gut es funktioniert!

 

7. Musst du dann in Deutschland die Klasse wiederholen?

Ja. Wobei „wiederholen“ ein irreführender Begriff ist: Ich besuche momentan die zehnte Klasse eines Gymnasiums und komme nach meiner Rückkehr in die Kursstufe 1, also in die Elfte. Es ist also mehr ein „eingeschobenes“ Jahr, nach dem ich ganz normal weiter die Schullaufbahn entlangtingele. Ich bin dann eine Stufe unter meinen Freunden und mache auch erst 2019 meinen Abschluss. Aber da ich mit fünf eingeschult wurde und momentan eh ein Jahr jünger bin als meine Klassenkameraden, passt das eigentlich ganz gut.

 

8. Ist es da nicht voll gefährlich?!

Geduldiges Kopfschütteln. Keine Sorge, Costa Rica gilt als das sicherste Land Mittelamerikas. Die Zeiten, dass San Jose eine Hochburg des Drogenhandels war, sind längst vorbei; heute gibt es eine stabile Wirtschaft und ein fortschrittliches Bildungssystem.

 

9. Wo wohnst du denn?

In der Provinz Alajuela in einem kleinen Bergdorf! Das weiß ich seit dem 5. Juli. Ausführlichere Informationen über meine Gastfamilie findet ihr hier.

 

10. Wie teuer ist ein Auslandsjahr?

Mit 5000- 10.000€ sollte man auf jeden Fall rechnen. Bei mir belaufen sich die Kosten momentan auf etwa 8990€, weil ich zwar kein Vollstipendium, aber einen Finalistenrabatt erhalten habe. Die Preise unterscheiden sich vor allem abhängig vom Land, die Organisationen tun sich meistens nicht viel. Neuseeland und Australien z.B. sind nicht nur wegen des Fluges, sondern auch wegen der dortigen Schulgebühren sehr teuer. Die USA als beliebtestes Land für Austauschschüler kosten ähnlich viel wie Costa Rica. Besonders günstig sind übrigens Länder in Osteuropa, also Rumänien, Bulgarien, Polen, Lettland, Türkei, Serbien etc.

Man sollte meiner Meinung nach unbedingt versuchen, ein Stipendium zu bekommen! Ich habe mich bei Open Door International für das Südamerika-Vollstipendium, bei dem großer Wert auf soziales Engagement gelegt wurde, und bei der anderen Organisation für ein Teilstipendium im Bereich Kreativität beworben. Es gibt Stipendien für finanziell Bedürftige, Ehrenamtliche, sportliche Leistungen, Künstler; es gibt länderspezifische Zuschüsse und solche, die vom Bundesland abhängen. Es ist bestimmt für jeden etwas dabei, also nur Mut! Mehr als schiefgehen kann eine Bewerbung nicht.

Außerdem besteht die Möglichkeit, Auslands-BAFöG zu beaantragen (mehr Infos hier). Für uns kam das „leider“ nicht infrage, da meine Eltern ein zu hohes Einkommen haben. Ich habe aber mehrfach gelesen, dass man sich auch informieren sollte, wenn man eine Förderung für unwahrscheinlich hält.

Geldstück    Geldstück

 

 

 

 

 

Wenn ihr noch Fragen habt, sei es zum Bewerbungsablauf, der Organisation oder der Länderwahl, schreibt mir! Ich bin zwar kein Experte, aber vielleicht kann ich trotzdem dem ein oder anderen weiterhelfen 😉 

 

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